Fo.KUS Konsum, Umwelt & Soziales

 

Positionen und Allianzen für Transparenz

Das Ringen um Transparenz der Qualitäten und Herstellungsbedingungen prägt von Anfang an das Engagement von Fo.KUS. Der Verein tritt hier als Moderator, Initiator und Implementierer auf, artikuliert die öffentliche Meinungsbildung und bringt Bündnisse zusammen, die dem Anliegen Gewicht verleihen. Um das Thema auf die Agenda zu setzen, wurden so zunächst in zwei Memoranden (2005 und 2009) erstmals Analysen und Positionen formuliert.

Einige Anzeichen weisen auf Fortschritte hin, so etwa der Koalitionsvertrag 2013-17. Dies drückt sich - wenn auch ansatzweise -  etwa in den Zielen aus, Grundlagen für ein Label schaffen, das den Lebenszyklus nachhaltiger Produkte und Dienstleistungen einbezieht, wie auch der Prüfung, ob beim werblichen Herausstellen besonderer Produkteigenschaften ein Auskunftsanspruch für Verbraucher geschaffen wird, wie auch in der Erklärung zugunsten der europäischen Nachhaltigkeitsstrategie. Relevant ist auch der aktuelle Vorschlag der EU-Kommission zur verpflichtenden Nachhaltigkeitsberichterstattung für Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern.

Dabei gilt eines: die Transparenz der Konsumwelt ist ein Ziel, das sinnvollerweise den Schutz der Daten der Bürgerinnen und Bürger voraussetzt. Fo.KUS e. V. unterstützt deshalb die Petition "Die Demokratie verteidigen im digitalen Zeitalter".

Verbraucherorientierte Informationsstrukturen

In einem Memorandum zu Transparenz und Orientierungssicherheit im E-Commerce charakterisierte Fo.KUS e.V. 2009 Defizite im E-Commerce, die dessen Potenzial zur Förderung nachhaltigen Konsums behindern. Aus dem Handlungsbedarf werden Vorschläge zu Informationsstrukturen bezgl. Produkt-, Markt- und Qualitätsstransparenz im E-Commerce abgeleitet, die darauf gerichtet sind, nachhaltigen Konsum zu erleichtern, Greenwashing zu behindern und Fehlentscheidungen entgegenzuwirken. Im Memo wird der Handlungsbedarf hergeleitet und Handlungsvorschläge werden skizziert.

Memorandum zur Unternehmensverantwortung (Transparenz-Memo)

In einem von Fo.KUS im Jahr 2005 initiierten gemeinsamen "Memorandum zur Unternehmenstransparenz (Verantwortlich produzieren und konsumieren - Memorandum zur Transparenz der Unternehmensverantwortung)" forderte ein Bündnis aus Verbraucher-, Umwelt- und Sozialverbänden mehr Verbraucherinformationsrechte und die Einführung einer Publizitätspflicht für soziale und ökologische Unternehmensdaten. Die Bundesregierung müsse endlich die Lücken in der entsprechenden Gesetzgebung schließen. Die Öffentlichkeit habe ein Recht darauf, Zugang zu aussagekräftigen Unternehmensdaten zu bekommen. Dazu müsse auch eine Datenbank mit Unternehmensinformationen aufgebaut werden.

Deutschland braucht eine Diskussion über die ökologische und soziale Verantwortung der Konsumgüterhersteller, so die Quintessenz dieses Memos. Bisher herrsche in der deutschen Wirtschaft Schweigen vor, während in anderen Staaten, etwa Großbritannien, den Niederlanden oder den USA die Bürger weitaus mehr Informationsrechte über die Unternehmen als hierzulande hätten. Dr. Hansjörg Elshorst, Vorsitzender von Transparency International Deutschland: „Das Verhalten der Unternehmen muss für die Öffentlichkeit transparenter werden. Das gilt auch für die Anstrengungen von Unternehmen, unethisches Verhalten zu unterbinden. All dies soll den Bürgern erleichtern, verantwortliche Entscheidungen als Konsumenten und Kapitalanleger zu fällen."

Kampagnen zur Qualität guter Verbraucherinformationen

Fo.KUS engagiert sich auch unmittelbar im Dialog mit Unternehmen für bessere umweltbezogene Produktinformationen. Hier ein Beispiel - die kritisierte Firma reagierte unmittelbar und entschuldigte sich unseres Wissens direkt bei dem betroffenen Hersteller umweltfreundlicher Outdoor-Bekleidung!

Forschung und Kommunikation für Konsum, Umwelt & Soziales (Fo.KUS) e.V.